Das hat es im Herner Handball noch nicht gegeben. Direkt aus der Oberliga wechselt Kai Westphal (30), der erfolgreichste aktive Handballer der Stadt, zurück zu seinem Stammverein Elmar Herne. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere kehrt er vom westfälischen Oberligisten HSG Gevelsberg-Silschede zurück zum Traditionsclub an der Flottmannstraße.

Gleich sieben Spielklassen trennen nun seine neue und alte sportliche Heimat von seiner letzten Station, denn Elmar spielt derzeit nur in der Kreisklasse. Berufliche Gründe waren dabei mit ausschlaggebend. Als frisch promovierter Doktor der Biologie bleibt ihm nicht mehr genügend Zeit für nahezu professionellen Handball. Allerdings war es für Kai Westphal auch eine Herzensangelegenheit: „Bei Elmar habe ich das Handballspielen gelernt. Nun gebe ich gern etwas zurück und freue mich, mit meinen ehemaligen Kameraden wieder in einer Mannschaft zu stehen.“

Die Freude im Elmar-Lager über den Wechsel ist natürlich groß. „Wir sind sehr stolz, dass Kai sich für uns entschieden und viele andere Angebote ausgeschlagen hat. Das wird der Mannschaft einen gehörigen Schub geben,“ freut sich Co-Trainer Torsten Kratzsch, der Kai Westphal einst als Jugendtrainer selbst unter seinen Fittichen hatte.

Nach der Elmaraner Handballschule hatte es Kai Westphal zunächst noch ein Jahr bei Elmar im Handballkreis gehalten. Dann spielte er sein Talent zunächst bei der Herner Westfalia aus und wurde gleich zweimal Torschützenkönig der Verbandsliga. Sein Meisterstück legte er allerdings bei der HSG Gevelsberg-Silschede hin, die den sympathischen Rückraumkönner nur sehr ungern ziehen lässt. So hieß es dort beim großen Abschiedsbahnhof von Abteilungsleiter Thomas Schneider: „Kai hat einen wesentlichen Beitrag zum Aufstieg in die Oberliga und zum Klassenerhalt geleistet.“

Elmars Coach Heiner Vogelsang sieht nun für sein Team besseren Zeiten entgegen: „Kais Talent ist herausragend und er ist der nette Kerl geblieben, mit dem ich noch selbst auf der Platte stand. Seine beruflichen Belange haben aber jetzt Vorrang, deshalb ist in der kommenden Saison erst recht der ganze Kader gefordert.“